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42. BILDHAUERSYMPOSION KRASTAL DIE ANDERE HÄLFTE - FOKUS BILDHAUERINNEN. denken im Stein | Skulpturen im Landschaftsraum Dobratsch 2009 in Kooperation mit dem Frauenreferat der Stadt Villach, dem Frauenreferat des Landes Kärnten und der Villacher Alpenstraße AG
Gesamtdauer des Symposions: 04.07. bis 24.07.2009 im Steinbruch Lauster/Krastal und am Dobratsch
Das Symposion ist eine Kooperation mit dem Frauenreferat der Stadt Villach, dem Frauenreferat des Landes Kärnten und der Villacher Alpenstraße AG
Teilnehmerinnen: Vivian El Batanoni, Egypt, Erika Inger, Italy, Shiiko Iwaki, Japan, Birgit Knappe, Germany, Carmen Tepsan, Romania Heliane Wiesauer-Reiterer, Austria, Li Zhao, China
Kuratorin: Heliane Wiesauer-Reiterer/Erika Inger Assistenz
06.07. 09 – 17.07.09 Arbeiten im Krastal
12.07.09 Künstlerinnengespräch und Steinbruchfest im Krastal 18.00 Symposionsplatz im Steinbruch Lauster/Krastal 9541 Einöde bei Villach
18.07. 09 bis 24.07.09 Fertigstellung der Skulpturen am Dobratsch
24.07.2009 um 16.00 am Dobratsch Eröffnung der Skulpturenausstellung
6. August: Neuaufstellung der Skulpturen am Parkplatz 10 unterhalb der Rosstratten. Die Skulptureninsel kunstwerk krastal ist bis auf weiteres am Dobratsch zu sehen.
VIVIAN EL BATANONI/Ägypten; Titel: Hopes Krastaler Marmor, 2009
In ihren Skulpturen arbeitet Vivian El Batanoni neben abstrakten Formen auch mit figurativen Motiven wie dem Stern. Diese sind vor allem aufgrund ihrer globalen Verständlichkeit interessant. Es geht dabei, so die Künstlerin nicht darum ein reales Motiv bildnerisch umzusetzen, sondern vielmehr um eine abstrakte Aussage von Wörtern und Gefühlen. Empfindungen zum Wort Hoffnung, Sterne oder dem Satz: „nach den Sternen greifen“ sind universal. Über die Kulturen hinweg, lösen sie bei den Menschen ähnliche Gefühle aus. Ähnlich wie beim Arbeiten mit Buchstaben, verändern sie sich je nach Zusammensetzung der einzelnen Motive in ihrem Sinn. So bekommt auch jede Skulptur ihre eigene, individuelle Bedeutung. Die Skulptur ist horizontal ausgerichtet und setzt den größeren Block eine Form mit Rundbogen gegenüber. Auf diesem wiederholt sich das Motiv des Sterns, wird jedoch von einem Ornamentband zum figurativen Sujet. Der Sockel fungiert dabei als Plattform. Dass der Stern auf dem Bogen ruht, scheinbar sitzt, ist so die Künstlerin durchaus von Bedeutung, ist doch der Weg zu den Sternen, so Vivian El Batanoni wichtiger, als diese je zu erreichen.
ERIKA INGER/ Italien, Titel: Keine Angst Krastaler Marmor, 2009
Erika Inger ist aktives Mitglied des Kunstvereins Krastal und gründete gemeinsam mit Wolfgang Wohlfahrt im Jahr 2000 den Skulpturenwanderweg LANA ART. Der Stein ist für die Künstlerin seit Jahrzehnten das Material, in dem sie ihre künstlerischen Intentionen ausdrückt. Doch sind in den letzten Jahren verstärkt auch andere Medien wie u.a die Fotografie oder die Installation hinzugekommen. Darüber hinaus entstanden in diversen Land Art Projekten Arbeiten mit Holz, Stein und Metall. In der Fortsetzung der Skulpturen wie „Inneres Tier“ (Skulpturenstraße Krastal) oder der 2005 im Krastal entstandenen Arbeit „Falsche Gedanken“, beschäftigt sich auch die diesjährige Arbeit „Keine Angst“ mit dem Versuch, dem Stein seine Schwere und Masse zu nehmen. Die mehrteilige Skulptur aus Steinblöcken steht auf dünnen Metallfüßen, was einmal mehr dem Stein etwas Leichtes, Schwebendes verleiht. „Wichtig sind mir einfache Formen, die ich versuche nur minimal an ihren Oberflächen zu bearbeiten. Es ist ein rauer Bruch den ich übereinanderlege und ich versuche den Stein nur durch wenige gezielte Eingriffe zu bearbeiten. Für mich hat die Skulptur auch etwas sehr Bewegliches, dadurch dass es den Anschein hat, als würden die einzelnen Teile umkippen.“ Bewegung und Texte sind wichtige Motive ihrer Arbeiten und manifestieren sich auch im Stein. Die zumeist ungewöhnlichen Titel beziehen sich auf selbst verfasste Schriften oder unmittelbare Gedanken der Künstlerin und werden zuweilen auch direkt in die Skulptur gemeißelt (z.B. Gehe irgendwohin und warte dort auf mich, 2007, Stadtzentrum Lana). In der diesjährigen Symposionsarbeit bezieht sich der Titel metaphorisch auf Themen wie Unsicherheit und Instabilität, die stets auch mit Veränderungen verbunden sind und damit letztendlich wieder mit Bewegung und Weiterentwicklung.
SHIIKO IWAKI/Japan, Titel: Ohne Titel Krastaler Marmor, 2009
„Der Platz hatte eine große Bedeutung für mich, ich habe mit der Form des Bergrückens gespielt und versucht diese Linie in meine Skulptur aufzunehmen. Für mich ist das Arbeiten mit der herkömmlichen Technik, als Hammer und Meißel neben der maschinellen Technik immer noch sehr wichtig. Daher ist die Oberfläche gespitzt und zeigt die Struktur des Steins. „
BIRGIT KNAPPE/Deutschland, Titel: Treppenstein – Alpstuhl Krastaler Marmor, 2009
Die aus Schleswig-Holstein stammende Künstlerin, studierte Bildhauerei und plastisches Gestalten an der UdK Berlin und unterrichtete von 1994-1997 als Gastprofessorin Bildhauerei an der Humboldt-Universität Berlin. In einer Verbindung aus der Wirkung des naturbelassenen Steins und des Herausarbeitens eines architektonischen Formenrepertoirs erzielen ihre Skulpturen eine charakteristische Wirkung. Birgit Knappe arbeitete bisher vor allem mit Granit, Kalk- oder Sandstein und nun erstmals auch im Krastaler Mamor. Darüber hinaus entstehen Arbeiten mit mit Papier und Pappe. Auch diese zeigen, ähnlich den Steinskulpturen architektonische oder funktionale Element, die sie als isolierte Motive in die Skulpturen übersetzt. Die Skulptur „Treppensein-Alpstuhl“ ist sowohl Treppe als auch Sessel, von dem aus man das eindrucksvolle Panorama des Dobratsch genießen kann. Die Sitzfläche ist poliert, als hätten schon viele Menschen auf diesem Stein gesessen. Der Faktor Zeit ist so Birgit Knappe neben der linearen, architektonischen Form sehr wichtig. So verweisen die naturbelassenen, rauen Flächen am Stein auf dessen Geschichte. Durch die Gegenüberstellung wird die Spannung innerhalb der Skulptur erhöht und der Stein bleibt an manchen Stellen in seiner natürlichen Beschaffenheit sichtbar. Obwohl die Arbeit sehr konstruktiv und exakt wirkt, ist die Arbeit nicht per se geometrisch. Vielmehr handelt es sich wie Birgit Knappe es nennt um „gefühlte rechte Winkel“. Dass die fertige Arbeit eine Assoziation zum Herzogstuhl auf dem Kärntner Zollfeld evoziert, war zunächst von der Künstlerin nicht intendiert, jedoch eine willkommene Verbindung die zur Erweiterung des Titels: Treppenstein-Alpstuhl führte. „Wichtig ist mir nicht nur die äußere Form sondern die konzeptuelle Idee die der Arbeit zugrunde liegt. Das Arbeiten im Krastal war für mich etwas Besonderes, der Steinbruch ist einzigartig und ein wirklich guter Ort, ebenso beeindruckte mich die Bergwelt am Dobratsch. Hier die Skulptur fertigzustellen war eine besondere Gelegenheit sich mit der Idee des Symposions Denken im Stein – Skulpturen in der Landschaft auseinanderzusetzen.“(Birgit Knappe 2009)
CARMEN TEPSAN/Rumänien, Titel: Place for looking at the stars“ Krastaler Marmor, 2009
Basierend auf ihren bisherigen Arbeiten konzipierte Carmen Tepsan auch im Krastal eine lineare, präzise, geometrische Skulptur. Am Krastaler Marmor schätzt die Künstlerin seine Farbe und auch die Möglichkeiten der Bearbeitung. Die 1959 in Bukarest geborenen Künstlerin, studierte am Institut der Schönen Künste Nicolae Grigorescu in Bukarest und ist seitdem auf vielen Symposion tätig gewesen. Diese bieten für sie die einzigartige Möglichkeit große Skulpturen zu entwickeln. Stets geht es ihr um einfache Formen, die jedoch gerade dadurch einprägsame Landmarks in die Landschaft einschreiben. Die Skulptur, die sie im Krastal und am Dobratsch erarbeitete, ist eine hoch aufragende Stele mit zwei Durchlässen, die einem Fernrohr gleich, die Möglichkeit bietet, nach den Sternen zu schauen. Gleichzeitig bezog die Künstlerin den Lichteinfall der Sonne durch die Öffnungen des Steins mit ein und setzte „Umlaufbahnen“ der Sonne und Planeten als abstraktes lineares Muster in den Stein. Der Sockel ist Teil der Arbeit und bietet auch eine Plattform für den Betrachter, um durch die Öffnungen schauen zu können.
HELIANE WIESAUER-REITERER/Österreich, Titel: Sonnenplatz Krastaler Marmor, 2009
Heliane Wiesauer-Reiterers Steinarbeiten stellen stets eine Verbindung zu ihrem grafischen und malerischen Werk dar, in dem sie die Oberflächen mit linearen Einschnitten solcherart gestaltet, dass sie gleichzeitig als Zeichnung gelesen werden können. So entwickelte die Künstlerin in ihre grafischen Papierarbeiten und in ihren Steinskulpturen eine gemeinsame, verbindende Handschrift. Selbst in der Frage des Raums öffnen sich Gemeinsamkeiten: So fungiert die Steinfläche als zweidimensionaler Bildträger und die Grafik wird als räumliche Installation inszeniert. Daher kann durchaus von einem stringenten Gestaltungsprinzip gesprochen werden, das sich durch die von der Künstlerin herangezogenen Materialien zieht. In ihren Steinarbeiten spielt das Thema Raum naturgemäß eine zentrale Rolle. Im Sinne einer „horizontalen Skulptur“ entwickelte sie Stelen und Quader durch Teilungen des ursprünglichen Steinblocks. Diese solcherart gewonnenen geometrischen Blöcke fungieren als Kommunikationsräume und können wie etwa „Thing“ 2005 direkt benutzt werden. Auch 2009 entstand die Skulptur „Sonnenplatz“ aus der Teilung eines großen Steins. Diese Block war ursprünglich ein im Steinbruch immer wieder vorkommender Krustenstein, der zwischen den reinen Marmorblöcken herauswächst und durch die Oxidation des hereindringend Wassers eine besondere Farbe erhält. Die Arbeit besteht aus mehreren horizontalen Platten, die über dem Boden schweben. Die raue Oberfläche wärmt sich durch die Sonne auf und soll vom Besucher benützt werden. Er kann sich auf den warmen Stein legen und den Himmel betrachten. So bekommt die Arbeit auch etwas Meditatives. Die Oberfläche trägt zudem eine eingeschnittene Zeichnung, die wieder auf die grafischen und malerischen Arbeiten reflektiert.
LI ZHAO/China, Titel: At the same time no.1 Krastaler Marmor, 2009
Li Zhao arbeitete bereits mehrmals in Österreich und realisierte zuletzt eine Holzskulptur in Millstatt, Kärnten. Die Künstlerin arbeitet hauptsächlich mit Granit, schätzt aber „gerade den Krastaler Marmor sehr, aufgrund seiner besonderen Oberfläche“ so Li Zhao. Die Skulptur zeigt daher durch die unterschiedliche Bearbeitung der Oberflächen die vielen Facetten und Strukturen des Steins: von glatt poliert, gespitzt bis hin zu einer rauen Oberfläche. Die Künstlerin setzt auch das Glitzern der Kristalle bewusst als dekoratives Detail ein. Auf einem glatt polierten, glänzenden Sockel werden zwei korrespondierende abstrakte Steinblöcke gesetzt. Durch die Öffnung in der Mitte ergibt sich ein eingeschränkter Blickwinkel auf die Landschaft, deren Ausschnitt dadurch fokussiert wird. Dennoch möchte die Künstlerin dem Betrachter keine Leserichtung vorgeben sondern ihm die Interpretation offen lassen.
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