Weißer Quader
2005, Krastaler Marmor, linear strukturiert, ca. 70x60x70cm
Thing
2005, 1m3 Serpentinit, dreimal geteilt in 8 Würfel, im Kreis (Durchmesser: 5m) aufgestellt
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Raum ist ein konstantes Thema der Künstlerin, sowohl in ihrer Malerei und Grafik, als auch in den bildhauerischen
Arbeiten. Wobei ihre Räume einladen sollen zur Kommunikation, Diskussion oder auch zur stillen Auseinandersetzung
mit sich selbst. Bereits während des Symposions 2004 schuf Heliane Wiesauer-Reiterer aus einem Serpentin -Quader
durch Teilung des Würfels eine Skulptur mit dem Titel „Kommunikationsraum“. Ausgehend von der Idee und vom
Maßstab dieser Arbeit entwickelte die Künstlerin durch neuerliche Teilung des Ausgangsmaßes eine Raumskulptur aus
8 Würfeln. Inhaltlich steht die Arbeit Thing im Kontext der Versammlungsorte germanischer Volks- und
Gerichtsversammlungen, des Thing/bzw. Ding, auf denen alle Rechtsangelegenheiten des Stammes behandelt wurden.
In den skandinavischen Ländern ist der Thing noch heute für Volksvertretungen gebräuchlich. Ebenso wie das nordgermanische
Ding/Thing unter freiem Himmel an bestimmen Orten abgehalten wurde (Mahlstatt, Dingstätte), so sieht auch
die Künstlerin ihre Skulptur als Arbeit für den öffentlichen Raum. Sie soll die Menschen einladen, auf den Quadern Platz
zu nehmen und miteinander zu kommunizieren. Dementsprechend ergänzt sie mit einer fotografischen Serie von
Porträts einzelner, auf den Quadern des Things sitzender Personen ihre bildhauerische Arbeit.
Heliane Wiesauer-Reiterer arbeitet stets gleichzeitig an mehren Werkstücken und entwickelt ihr OEuvre sowohl im Stein,
als auch in der Malerei und Zeichnung. In einer weiteren Arbeit, die während des diesjährigen Symposions entstand,
setzte die Künstlerin diese unterschiedlichen Medien in eine unmittelbare Korrespondenz. In die Flächen der Quader
aus weißem Krastaler Marmor ritzte die Künstlerin jene Linien und Strukturen ein, die auch den Duktus ihrer graphischen
Arbeiten bestimmen. Die Linien die in ihren Zeichnungen und Tafelbildern Labyrinthe formen, übertrug sie auch in die
steinerne Dreidimensionalität. So ordnete Heliane Wiesauer-Reiterer dreiecksförmige und quadratische Fundstücke aus
Krastaler Bruchgestein auf einer begrenzten Fläche zu einem Gefüge aus verschiedenen Wegen, Durchgängen und
Objekten, die neben dem Labyrinth auch jene gedanklichen Parameter wieder aufnahmen, die sie bereits 1987 in ihren
Stadtlandschaften entwickelt hatte. Übertragen in den Stein erhielten die einzelnen Elemente durch die Setzung der
Künstlerin nun eine erweiterte inhaltliche Bedeutung.
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