Die Schwere des Steins, welche mittels einer Schwebekonstruktion in Frage gestellt wird, interessierte den
Architekten und Bildhauer Peter H. Schurz bereits in seiner 2002/03 entstandenen Skulptur "Schwebende I"
(Skulpturenstraße "Vom Fluß zum See", Standort 11), die auch durch die Art und den Ort ihrer Aufstellung dieses
Prinzip unterstützte. Mit der Skulptur "Schwebende II" wollte der Künstler diese Thematik weiterführen und
variieren. Einzelne Motive wurden dabei wieder aufgenommen, wie u.a. das Zusammenspiel der Materialien Stahl
und Stein, wie auch die konstruktive Sprache der zugeschnittenen Grundform, die jener der Arbeit "Schwebende
I" ähnlich ist. Doch wirkt die Steinplatte diesmal noch dünner und fragiler. Anders als in "Schwebende I" sollte
der Stein diesmal durch Linien und Flächenteilungen definiert werden. Den Stein selbst, der am Boden durch die
Stahlkonstruktion fixiert ist, durchzieht eine S-Kurve, die Peter H. Schurz durch die Bearbeitung der Oberfläche
noch unterstützt. Das Ziel war, so viel Material als möglich wegzuschneiden, um den Plattenkörper noch filigraner
wirken zu lassen und auch die individuelle Marmorierung des Steins zur Geltung zu bringen. Es lag, so Peter
H. Schurz, eine riskante Gratwanderung darin, während der Bearbeitung des Steins jenen Moment zu vermeiden,
wo die dünne Platte brechen könnte. Die Struktur der eingeschnittenen Linien nimmt Bezug auf die beiden
Seitenflächen des Steins, die jeweils unterschiedlich bearbeitet wurden. Während auf der einen Seite die Linien
auf die Form des Steins eingehen, sind jene der zweiten Seite davon unabhängig. Wesentliches Motiv ist hier der
Gegensatz zwischen den geschnittenen, bearbeiteten Linienstegen und der polierten Fläche, die wie eine
"Weißhöhung" in einer Zeichnung wirken soll. Auf der Schnittseite wurden die Linien von zwei Seiten geschlagen,
was die Oberfläche durch die Lichtbrechung plastischer wirken lässt. Die Skulptur selbst ist für die
Aufstellung in einer Nord/Süd – Ausrichtung konzipiert. Neben den Parametern Statik, Konstruktion und der
Kombination zweier Materialien ist es vor allem auch das Spiel von Licht und Schatten, das die Skulptur in
Schwingung versetzt. Die Beziehung zum Raum, der Ort der Aufstellung, ist daher neben der einfachen klaren
Form und einer streng, reduzierten Formensprache ein wesentlicher Aspekt der Skulptur von Peter H. Schurz.
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